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Erdwärme heizt den Weichen der Hamburger Hafenbahn ein

Mit einem Pilotprojekt geht die Hamburger Hafenbahn neue Wege: Eine von der Firma Pintsch Aben geotherm entwickelte geothermische Weichenheizung wird in einem weltweit einzigartigen Pilotversuch an einer der 880 Weichen im Hamburger Hafen für eisfreie Zeiten sorgen. Die Besonderheit an der umweltfreundlichen Heizung ist, dass sie ohne externe Energiezufuhr auskommt und damit völlig autark arbeitet, ohne dabei CO2-Ausstoß zu verursachen. Damit bietet sie sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile. Die Investitionskosten für eine geothermische Weichenheizung sind höher. Durch die Energieeinsparung amortisieren sie sich aber in wenigen Jahren. Üblicherweise werden Weichen mit energieintensiven Verfahren wie elektrischen Heizstäben, gasbetriebenen Brennern oder Gebläsen bei Hagel, Eis oder Schnee betriebsfähig gehalten.

Bei der geothermischen Weichenheizung wird ausschließlich Erdwärme genutzt. Das Funktionsprinzip des Wärmerohres, das rund 50 Meter in die Tiefe reicht, folgt einfach den Naturgesetzen. Das flüssige Arbeitsmedium – hier CO2 bei 40 bar Druck– wird in der Warmzone verdampft, das Gas steigt in dem Sondenrohr durch die Transportzone auf in die Kaltzone, wo es die enthaltene, latente Wärme durch Kondensation an die Weiche abgibt. Das Kondensat fließt in demselben Rohr wieder in die Warmzone hinab und der Kreislauf beginnt erneut.

Das System wurde Ende 2010 an einer Weiche der Hafenbahn eingebaut. Seitdem wurde das Pilotmodell mehrfach angepasst, um die Anforderungen auch bei hoher Belastung meistern zu können. Die bisherigen Ergebnisse sind so vielversprechend, dass über eine Serienproduktion nachgedacht wird.

Die Hamburger Hafenbahn ist ein Geschäftsbereich der Hamburg Port Authority (HPA), die ein zukunftsorientiertes Hafenmanagement aus einer Hand bietet. Das Netz der Hafenbahn umfasst 300 Kilometer Schienen, 880 Weichen, wovon 630 beheizt sind. Konventionellen Weichenheizungen haben einen Stromverbrauch von 800 Haushalten und zugleich den Nachteil, dass sie in nicht hochwassersicheren Gebieten des Hafens nicht eingesetzt werden können.

Zuverlässige Schienenverbindungen sind im Hafen ungeachtet von Wetter, Temperatur oder Hochwassersituation jedoch eine unabdingbare Voraussetzung für eine reibungslose Abwicklung von rund 200 Zügen täglich. So ist es kein Zufall, dass das Pilotprojekt in einem hochwassergefährdeten Bereich eingesetzt und bisher erfolgreich getestet wurde.